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KULTUR IM LÄNDLICHEN RAUM

Administrator (admin) am Jun 21 2016

Die Zeiten, als man für ein gutes Kulturprogramm in die Stadt fahren musste, sind vorbei! Die ländlichen Veranstaltungen werden anspruchsvoller und können sich mit dem kulturellen Angebot in den Städten messen. Immer häufiger werden interessante Events in der ländlichen Region bekannt gemacht, die den Einwohnern der Gemeinde und der Region Abwechselung im Alltag bieten. Aktive Vereine und engagierte Bürger sorgen dafür, dass Traditionen der Gemeinden erhalten bleiben und dass den Anwohnern etwas geboten wird.

Bei der 650-Jahrfeier in Volkmannsdorf am Pfingstwochenende 2016 zeigte sich beispielsweise das ganze Dorf mit seinem Können und ließ die Besucher des Festes hinter die Fassaden und in die Geschichte der Gemeinde blicken. Mit Liebe zum Detail und vor allem mit vereinten Kräften schaffte die Gemeinde es, eine beeindruckende Großveranstaltung auf die Beine zu stellen. Auch das Weinfest in Mönchgrün bei Schleiz, welches dieses Jahr zum fünften Mal stattgefunden hat, überzeugte die Gäste mit einem anspruchsvollen Kulturprogramm. Die kleine Gemeinde mit gerade einmal 45 Einwohnern schaffte es, durch Zusammenhalt und ehrenamtliche Vereinsarbeit eine Veranstaltung zu etablieren, die mittlerweile – unter anderem dank des „PoetrySlams“ - überregional und sogar bundesweit bekannt ist. Das Herz dieses gelungenen Kulturprogramms sind die Weinkelterei und der Erhalt alter Streuobstwiesen.
 
Auch in Dreba ist die Dorfkultur dank ehrenamtlicher Vereinsarbeit und dem sozialen Engagement der Bürger lebendig. Neben traditionellen Veranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehr Dreba und der Vereine der Gemeinde, die im Laufe des Jahres regelmäßig zu Events einladen, wird seit letztem Jahr auch durch die Kultur- und Heimatstiftung Dreba ein Kulturprogramm auf die Beine gestellt.
 
Der Kuhstall der Familie Weise bot mit „Strohlounge“ und „Stallloge“ vom 9. bis 12. Juni 2016 eine zünftige und ungewöhnliche Kulisse für Filmvorführungen und Musik. Gäste jeden Alters kamen hier auf ihre Kosten, als die Kultur- und Heimatstiftung Dreba nun schon zum zweiten Mal zur „Kultur im Kuhstall“ einlud.
 
Eine urige Stallkulisse mit Feldblumensträußen auf den Biertischgarnituren sowie ein motiviertes Veranstaltungsteam der Kultur- und Heimatstiftung Dreba erwartete die Besucher mit einem vielfältigen Kulturprogramm. Den Programmauftakt machte das Sommerfest der Musikschule Fischer aus Schleiz. Einige Schülerinnen und Schüler der Musikschule zeigten ihr Können im Rahmen eines Konzertes. Freunde und Verwandte der jungen Musiker kamen zahlreich und verfolgten das tolle Musikprogramm mit Stolz. Für das leibliche Wohl war mit Gulaschsuppe bestens gesorgt.
 
Am Freitagabend zeigte die Kultur- und Heimatstiftung die makabre Komödie "Wer's glaubt wird selig" von Marcus H. Rosenmüller. Es wurde viel gelacht, und man war sich einig, dass sich dieser Film sehr gut in der deftigen Kulisse machte. Die gemütliche Kuhstall-Atmosphäre kam bei allen gut an! Am Samstagnachmittag wurde im Rahmen einer Kindervorstellung der Spielfilm "Michel muss mehr Männchen machen" mit Michel aus Lönneberga gezeigt. Der Film begeisterte mit den meist ungewollten Streichen des schwedischen Lausbubs sowohl Kinder als auch deren Begleiter. Es bleibt abzuwarten, wie viel Einfluss der blonde Bengel auf die kleinen Besucher ausüben konnte.
Abends spielte die Jenaer "Fox Tower Bluegrass Band", die neben vielen europäischen Ländern auch erfolgreich durch die USA tourte und dort Radio- und Fernsehauftritte bestritt. Die vier Musiker mit vier Instrumenten und dazu vier beeindruckenden Stimmen boten den Gästen ein facettenreiches Musikrepertoire, das die Elemente Swing, Blues, Folk und Country umfasste.
 
Alle Einnahmen des Kulturwochenendes kommen der Kultur- und Heimatstiftung Dreba für künftige Projekte zu Gute, die, wie Petra Herzog – Vorstandsvorsitzende der Stiftung – ankündigte, nicht lange auf sich warten lassen werden. Die Umsetzung dieses Veranstaltungsprojektes im Kuhstall der Familie Weise konnte nur dank der ehrenamtlichen Unterstützung vieler Helfer aus Dreba gelingen, die ihre Freizeit für dieses umfangreiche Stiftungsevent gegeben haben.
 
Traditionspflege, Ehrenamt und Begeisterung für eine gemeinsame Sache sind ein wichtiger Bestandteil der Dorfstruktur, um das Leben in den ländlichen Regionen attraktiver zu machen. Nicht die Einwohnerzahl oder die kommerzielle Infrastruktur eines Dorfes definieren dessen Qualität, sondern das soziale Miteinander.
 
In der Bildergalerie ist eine kleine Fotodokumentation der Veranstaltung zu finden. Wer Interesse an Bildern hat, der kann sich an Ulrike Wetzlar vom Designbüro D3 wenden.

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